Das Bataillonswappen "JgBtl 511"

Beschreibung
Wapper JgBtl 511 FlensburgEin blau-weiß-rot schräg geteilter Schild, belegt mit einem Herzschild. Dieser, durch Deichselschnitt dreigeteilt, zeigt links zwei blaue schreitende Löwen auf goldenem Grund, rechts einen grünen Eichenbruch auf goldenem und unten ein rotes Stadttor auf silbernem Grund.

Bedeutung des Wappens
Das Jägerbataillon 511 ist ein Verband der deutschen Infanterie. Unter der Einbeziehung seiner Vorgänger kann es heute auf eine 40-jährige Tradition in der Garnisonstadt Flensburg zurückblicken. Diese Tradition wird auch im Wappen unseres Bataillons deutlich:
Eingerahmt durch die Landesfarben Schleswig-Holsteins, deuten die beiden Löwen des Herzogtums Schleswigs, das Flensburger Nordertor sowie der Eichenbruch als das Symbol der deutschen Jägertruppen, auf die engen Bindungen der "Flensburger Jäger" zu ihrer Heimat und ihrer Garnisonstadt hin.

Die Gründung der Flensburger Jäger
Die Geburtsstunde des Bataillons schlug 1956 in Hamburg, als aus der I. Abteilung (Bataillon) der Grenzschutzgruppe 7 das Grenadierbataillon 31 in der Douaumont-Kaserne, und aus der II./GSG 7 das Grenadierbataillon 11 in der Boehn-Kaserne gebildet wurde.

Aus Teilen dieser beiden Verbände entstand am 19. April 1957 in der Douaumont-Kaserne das neu aufgestellte Grenadierbataillon 61 - unser Stammbataillon . Dieses verlegte etwa ein Jahr später, zum 1. April 1958, mit geänderter Bataillonsnummer als Grenadierbataillon 16 nach Flensburg in die kaum fertiggestellte Briesen - Kaserne am Alten Husumer Weg, der tatsächlich noch ein, wenn auch befestigter, Weg war - und keine Straße für schnelle Lastwagen und breite Busse. Wiederum kaum ein Jahr dort, folgte im Zuge der Heeresvermehrung und Aufstellung der Panzergrenadierbrigade 16 eine erneute Umbenennung unseres Stammbataillons in Panzergrenadierbataillon (mot) 161 . Selbstverständlich musste auch wieder verlegt werden, aber diesmal innerhalb Flensburgs. Im Frühjahr 1959 wurde die Grenzland-Kaserne bezogen.

"Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln !"- wer kennt nicht diesen unendlich weisen Spruch? Auch in der Armee lebt die Beständigkeit nur vom Wechsel. Eben zehn Jahre lebte das Stammbataillon ruhig und zufrieden in der Grenzland-Kaserne; da verlegte es am 15. Dezember 1969 wieder zurück in die Briesen - Kaserne !

Die Panzergrenadierbrigade 16 schickte sich an, die Fördestadt zu verlassen und in den Großraum Hamburg zu verlegen. Das Stammbataillon sollte jedoch in Flensburg bleiben; zu diesem Zwecke wurde es aus dem Brigadeverband und aus der 6. Panzergrenadierdivision herausgelöst und mit Aufstellungsbefehl von 25.03.1970 als Jägerbataillon 381 dem neugebildeten Heimatschutzkommando 13 mit Stab in Eutin unterstellt.

Im Zuge der Heeresstruktur 4 wurde am 01.01.1981 das Heimatschutzkommando 13 in Heimatschutzbrigade 51 umbenannt . So wechselte auch das Jägerbataillon 381 seinen Namen und wurde zum Jägerbataillon 511.

Mit dieser Umbenennung vollzog sich gleichzeitig ein bedeutender Wandel im Auftrag des Bataillons. So wurde aus einem Ausbildungsbataillon ein Kampftruppenverband geformt. Die bei den Ausbildern der Rekruteneinheiten entstandene besondere Mentalität war durch vorsichtiges, erzieherisches Einwirken zu verändern. Das Können der Ausbilder war durch die Qualitäten zu ergänzen, die einen militärischen Führer auszeichnen. Wesentlich bei der Umgliederung und Umbenennung von Jägerbataillon 381 zum Jägerbataillon 511 war, dass die 5. Kompanie zu einer schweren Jägerkompanie wurde. Wenn auch zunächst lediglich das Gerät vorhanden war, bedeutete sie eine erhebliche Verstärkung und Unterstützung der Jäger. Ab dem 01.10.1983 war die 5.Kompanie auch personell aufgestellt. Ausgestattet mit einem Panzer- und einem Panzermörserzug war die "Schwere" der "Hammer" des Bataillons. Zuletzt verfügte die 5.Kompanie über einen Mörserzug, einen Feldkanonenzug und einen Milanzug.
[ Auszugsweise entnommen der Festschrift 30 Jahre Flensburger Jäger ]

Die Anfänge der Jägertruppe
Der hessische Landgraf Wihlhelm V. war der erste deutsche Fürst und Heerführer, der 1631, während des Dreißigjährigen Kriegs, aus Jägern besondere militärische Formationen aufstellte und seinen Truppen drei Kompanien mit Büchsen bewaffneter "Jäger vom Metier" beigab.

Er erkannte, wie nutzbringend die berufliche Fähigkeiten der Forstleute in der Armee verwandt werden konnten, zumal ihm keine Vorlksgruppe zur Verfügung stand, die kriegsgewohnt und mit der Waffe vertraut als "Irreguläre" hätte angeworben und den Linientruppen beigegeben werden können.

Die Berufsjäger sind naturverbunden. Sie kennen Wald und Flur bei Tag und bei Nacht, im Sommer und im Winter; sie können Spuren lesen, Geräusche deuten, sind gewandt und fähig, alle Art von Wild anzupirschen und mit ihrer Jägerbüchse treffsicher den Schuss anzubringen. Sie sind daher bereits von Berufswegen befähigte Einzelkämpfer, die als Spähtruppmänner in der Aufklärung, als Horchposten in der Sicherung, als Meldegänger und als Scharfschützen vorzügliche Dienste leisten können.

Die Jägertruppe Preußens fand ihre Begründung unter Friedrich dem Großen. Bei Ausbruch des 1. Schlesischen Krieges 1740 wurde aus preußischen Förstern eine Abteilung on 60 Jägern errichtet, die aber mehr als Wegweiser und Kolonnenführer als in taktischen Aufgaben Verwendung fanden und am Ende des Krieges wieder entlassen wurden.

Erst der 15. Juni 1744 wurde zum Geburtstag der preußischen Jägertruppe, die von da ab bis Ende des 1. Weltkrieges bestand. An diesem Tag, zwei Monate vor Ausbruch des 2. Schlesischen Krieges, verfügte der König die Aufstellung eines Feldjägerkorps zu 300 Mann in zwei Kompanien, "geschickte und ehrliche Jägerburschen, auf die man sich verlassen kann". Dieses Korps bewährte sich und blieb nach Friedensschluss in voller Stärke bestehen.

Mit der Jägertruppe entstand in Preußen und anderen deutschen Staaten eine ganz neue Art leichter Infanterie. Die leichten Truppen, vom Altertum bis zur Neuzeit, waren geprägt von der Kamptüchtigkeit, aber auch von Zügellosigkeit, Raubgier und Brutalität.

Mit den Jägern entstanden jetzt Formationen leichter Infanterie, die sich neben einem hohen Kampfwert durch strenge Manneszucht und überdurchschnittlichen Bildungsstand auszeichneten.

Die Jäger dienten "auf Avancement" im Forstdienst, waren dadurch gleichermaßen an den Staat wie an ihren Stand gebunden und genossen den Ruf größter Zuverlässigkeit. Es ist daher nicht verwunderlich, dass diese Jägertruppe - nach anfänglichen Schwierigkeiten - im 19. Jahrhundert ein immer größeres Ansehen genoss und in ihrer Wertschätzung schließlich den vornehmen Gardetruppen gleichgestellt wurde.

Die vormals berufsbezogene Benennung wurde schließlich Traditionsname und Selbstverpflichtung für besonderes leistungsfähige Infanterieverbände.

[ Aus: Otto MÜNTER, Kurzgeschichte der deutschen Jägertruppe, Festschrift Jägertage 1986, Deutscher Jägerbund e.V. ]


Chronologie des Jägerbataillons 511

01.07.1956 Die am 01.07.1956 von der Bundeswehr übernommenen Angehörigen der I. Abt der GSG 7, mit der 1. bis 4. Hundertschaft in LÜBECK stationiert, werden in die DOUNAUMONT-KASERNE nach HH-WANDSBEK verlegt, sie bilden den Grundstock für das GRENADIERBATAILLON 31

Die II. Abteilung der GSG 7, mit 5., 6. und 8. Hundertschaft aus der WALDERSEE - KASERNE in LÜBECK und die 7. Hundertschaft der GSG 7 aus RATZEBURG werden nach HAMBURG in die BOEHM-KASERNE verlegt, sie bilden den Stamm für das GRENADIERBATAILLON 11

01.04.1957 Verlegung des GRENADIERBATAILLONS 31 nach BUXTEHUDE, ESTETAL - KASERNE

19.04.1957 Aufstellung des GRENADIERBATAILLONS 61 in der DOUAUMONAT - KASERNE in HH - WANDBEK aus 2./GrenBtl 31, BUXTEHUDE und 4./GrenBtl 11, HAMBURG

01.07.1957 Kommandeur Oberstleutnant V. GADOW

01.04.1958 Verlegung in die kaum fertiggestellte VON BRIESEN - KASERNE am "Alten Husumer Weg" in FLENSBURG - WEICHE Umbenennung in GRENADIERBATAILLON 16
16.30.1959 Aufstellung der PANZERGRENADIERBRIGADE 16, dadurch Verlegung in die Flensburger GRENZLAND - KASERNE und Umbenennung in PANZERGRENADIERBATAILLON (MOT) 161

01.10.1959 Kommandeurswechsel auf Oberstleutnant Dr. FRANKEN

13.08.1962 Neuer Kommandeur ist Obertleutnant STARCK

1962 Hilfeeinsatz des Bataillons bei der Flutkatastrophe in Norddeutschland

01.10.1966 Kommandeurswechsel auf Oberstleutnant DECKERT

01.10.1968 Neuer Kommandeur ist Oberstleutnant POLLER

1969 Die Mannschaft des PzGrenBtl 161 gewinnt das "Silberne Wikingerschiff" für die siegreiche Teilnahme am internationalen Infanteriewettbewerb NECIC

15.12.1969 Verlegung zurück in die BRIESEN - KASERNE

01.04.1970 Die PzGrenBrig 16 verlässt die Fördestadt in Richtung Hamburg ohne das bereits fest integrierte Bataillon 161

Herauslösung aus dem Brigadeverband und damit der 6. Panzergrenadierdivision und Umbenennung in JÄGERBATAILLON 381

Unterstellung unter das Heimatschutzkommando 13 in EUTIN und damit unter das Territorialkommando S-H / DbvBer AFNORTH in Kiel

05.01.1971 Der Kommandeur des Heimatschutzkommandos 13, Oberst Manns, übergibt dem Bataillon die grünen Baretts

22.021974 Neuer Kommandeur ist Oberstleutnant LORENZEN

1976 Einführung einer Bataillonsfahne

1977 Eine Mannschaft des Jägerbataillons 381 erringt zum zweiten mal das "Silberne Wikingerschiff" beim NECIC - Infanteriewettkampf

01.01.1978 Kommandeurswechsel auf Oberstleutnant VON GRAWERT-MAY

Dez 1978/ Jan 1979 Massiver Hilfeeinsatz des Bataillons bei der Schneekatastrophe im nördlichen Schleswig - Holstein

08.06.1979 Verleihung des Fahnenbandes des Landes Schleswig - Holstein durch Ministerpräsident Dr. GERHARD STOLTENBERG

25.03.1980 10-jähriges Bestehen des Bataillons mit "GARNISONS BALL" im deutschen Haus und "FEIERLICHEN GELÖBNIS" auf dem Flensburger SÜDERMARKT

01.01.1981 Umbenennung des Heimatschutzkommandos 13 in HEIMATSCHUTZBRIGADE 51 als Folge des Wechsels in die Heeresstruktur 4, somit wieder der 6. RzGrenDiv, Neumünster, unterstellt

01.04.1981 Umbenennung des Bataillons in JÄGERBATAILLON 511 Umgliederung der 5. Kompanie in eine Geräteeinheit Aus dem AUSBILDUNGSBATAILLON muss ein KAMPFTRUPPENVRBAND geformt werden, aus dem AUSBILDER ein einsatzbereiter FÜHRER

01.10.1982 Neuer Kommandeur ist Oberstleutnant SCHNEIDER

01.10.1983 "Reaktivierung" der 5./- als schwere Kampfkompanie unter Hauptmann Lochmann.

24.08.1984 Neuer Kommandeur ist Oberstleutnant Kittler

23.05.1987 Feier zum 30-jährigen Bestehen des Bataillons in der BRIESEN -KASERNE

01.10.1988 Kommandeur ist Oberstleutnant HISGEN

16.09.1989 Jägerbataillon 511 übernimmt die Patenschaft über die "Kameradschaft ehemaliger Jäger und Schützen"

04.10.1990 Unterstützungsteams des Bataillons treten ihren Dienst in den neuen Bundesländern an, Standorte: HAGENOW + STERN - BUCHHOLZ (Mecklenburg - Vorpommern)

22.02.1991 Neuer Kommandeur ist Oberstleutnant HOFFMEYER

Sept. 1992 "Flensburger Jäger besetzen eine Stadt in Südengland" Auslandsaufenthalt der kompletten 3. Kompanie bei den 1st Royal Anglians in Salisbury Plains

Mai 1993 Das Bataillon übernimmt die Patenschaft über Kunstobjekt im Rahmen des Stadtteilprojektes "Gesunder Stadtteil Weiche"

27.09.1993 Kommandeurswechsel auf Oberstleutnant HARICH

01.10.1993 Unterstellungswechsel unter das VERTEIDIGUNGSBEZIRKSKOMMANDO 11 in SCHLESWIG nach vorangegangener Auflösung der Heimatschutzbrigade 51 in Eutin

05.01.1994 Beginn des Ausbildungsprogramm zur Vorbereitung der deutschen Mannschaft auf den NECIC - Wettkampf 1994 - dem letzten unter deutscher Beteiligung

31.03.1994 Auflösung der unterstellten Fahrschulgruppe 3, der bisherigen Fahrschulleiter Hauptmann NEUBERT wird in den Ruhestand versetzt

01.04.1994 Unterstellungswechsel unter das WEHRBEREICHSKOMMANDO I / 6. PANZERGRENADIERDIVISION in Kiel Aufstellung und Unterstellung des Kraftfahrausbildungszentrums Flensburg unter der Führung von Hauptmann KÖNIG

Sept. 1994 FLENSBURGER JÄGER, geführt von Hauptmann KONRAD und Oberfeldwebel STARCK, erringen nach 1969 und 1977 zum dritten mal das "Silberne Wikingerschiff" als Siegertrophäe des NECIC - Infanteriewettkampfes

März 1995 Das Verteidigungsministerium gibt die geplanten Auflösung von Verbänden bekannt: Das Jägerbataillon 511 wird zum 31.03.1997 aufgelöst (mit ihm eine ganze Truppengattung)

01.01.1996 Unterstellungswechsel mit dem reduzierten WBK I / 6. RzGrenDiv unter Kommando des IV. Korps, POTSDAM Beginn des Jahres der Auflösung

18.01.1996 Übergabeappell in PUTLOS der letzte Kommandeur der FLENSBURGER JÄGER OTL HARICH übergibt an den S3-StOffz Major VOIGT

02.02.1996 Letzter "JÄGERBALL" in der Biesen-Kaserne

14.04.-18.04.1996 3. Kompanie fährt die Übung "Fliegende Jäger" als letzte Übung des Jägerbataillons 511

14.06.1996 Letztes "Jägerbiwak" in der Briesen - Kaserne

06.09.1996 Auflösungsappell JgBtl 511

31.03.1997 Letzte Teile JgBtl 511 verlassen die BRIESEN - KASERNE
 
Montag, 20. Oktober 2014